Reisebüro gegen Online-Buchung: 1:0 Dank einer starken Marke

Reisebüro gegen Online-Buchung: 1:0 Dank einer starken Marke

Die Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie in Deutsches Recht bis Juli 2018 wird die Deutschen Reisebüros weiter unter Druck setzen. Nach aktuellem Stand müsste dann jedes Reisebüro hohe Versicherungsprämien zahlen, z.B. für das Risiko der Insolvenz einer Fluggesellschaft. Bei den ohnehin niedrigen Margen im Reisegeschäft wird es dann für viele Reisebüros existenzbedrohend. Dabei ist die Situation bereits jetzt angespannt.

In Deutschland gibt es rund 10.000 Reisebüros, die fast ausschlieslich kleine Unternehmen sind. Die Zahl der Reisebüros in Deutschland ist von mehr als 13.500 im Jahr 2002 auf 9.800 im Jahr 2015 gefallen. Sucht man hier einen Grund findet man ihn in der Digitalisierung. Denn allein von 2014 auf 2015 stieg der Umsatz der Online-Reisebuchungen von 8,54 Mrd. Euro auf 9,24 Mrd. Euro. Urlauber buchen lieber online am iPad auf der Coach zu Hause als im Reisebüro auf einem Plastikstuhl.

Reisebüros im polypolistischen Markt

Die Situation der Reisebüros in einem polypolistischen Markt (viele Nachfrage – viele Anbieter) ist typisch für die Situtation vieler kleiner Unternehmen in Deutschland, die an Endverbraucher (Konsumenten) verkaufen. Vor 10 Jahren waren weder Smartphones noch das Internet bei Konsumtenen verbreitet. Ebenso fehlte das Angebot des E-Commerce (Verkauf im Internet). Kunden mussten ins Reisebüro gehen, um eine Reise zu buchen. Heute kann von der Pauschalreise in die Türkei für wenige hundert Euro bis zum Luxustrip nach Asien für einige tausend Euro alles im Netz gebucht werden, inkl. persönlichem Berater per Telefon. Geht der Kunde dennoch in ein Reisebüro werden die Preise zumindest mit den Angeboten im Internet verglichen. Das drückt die Preise.

Die Digitaliserung führt zu weniger Kunden und niedrigeren Preisen. 

Das Ziel eines Reisebüros kann nicht mehr Kunden sein. Denn den Preiskampf gegen Online-Anbieter kann ein Reisebüro nicht gewinnen. Vielmehr geht es darum höhere Preise bei den Kunden durchzusetzen und von diesen Kunden dann mehr zu gewinnen. Dies gelingt nur durch die eigene Entwicklung zu einer starken Marke. Der Kunde muss einen Unterschied im Vegleich zum Kauf im Internet erleben. Dies heißt nicht das Angleichen an die Online-Angebote durch die Erstellung eines eigenen Online-Shops. Kein Reisebüro hat das Budget um in die Nähe eines Auftritts wie desjenigen von etablierten Online-Händlern zu kommen. Hier werden mehrere tausend Euro im Monat investiert.  Wird der Fokus auf Kunden gelegt, die bereit sind für einen Mehrwert vor Ort auch Geld zu bezahlen, kann mit weniger Kunden auch mehr Geld verdient werden. Beispiele für diesen Mehrwert sind eine ausführlichere Beratung, Grußkarten zum Gebutstag, der leckere Espresso aus der Siebträgermaschine, der Anruf nach der Reise nach Erfahrungen oder die Terminbuchung auf der eigenen Webseite. All das liegt im Budget eines Reisebüros und hilft durch eine starke Marke wieder erfolgreich zu werden.

 

Quelle: http://www.handelsblatt.com/my/unternehmen/dienstleister/neue-eu-reiserichtlinie-pauschalreisen-fuehren-zu-regierungsstreit/14014818.html?ticket=ST-963834-opHa5EHULyFdX5Ts6elo-ap2


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